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Tiergesundheit



002_Weidegruenland_ts.jpgDurch Domestikation ist das Haustier weitgehend aus seinem natürlichen Zusammenhang herausgelöst und Teil der menschlichen Kultur geworden. Daher ist der Mensch nun zuständig für die Gestaltung der physischen, physiologischen, sozialen und instinktangepassten Umwelt. Der Tierhalter ist verpflichtet, dem Haustier diese Qualitäten zu garantieren - in Form von artgerechter Fütterung, Haltung, Zucht und Pflege.

Werden Fehler in diesen Bereichen gemacht können sie dafür verantwortlich sein ob ein Tier gesund oder krank ist.  Körperliche Erkrankungen von Haustieren sind Folgen seelisch-geistiger menschlicher Fehlhaltungen dem Tier gegenüber, sie äußern sich durch krankhafte Organveränderungen, je nachdem, ob sie materialistisch oder seelisch misshandelt werden.

Zitierte Literatur:
SPRANGER, J. (Hrsg.) (2007): Lehrbuch der anthroposophischen Tiermedizin. Sonntag Verlag, Stuttgart; S. 29


 

Einsatz homöopathischer Arzneimittel gegen Euterentzündung bei Milchrindern

MilchkontrolleIn der landwirtschaftlichen Praxis wurden häufig gute Ergebnisse mit einer homöopathischen Behandlung klinischer Mastitis beobachtet. Es gibt jedoch nur wenige Studien hierzu mit zufrieden stellenden Ergebnissen. In vielen Studien fehlt zudem eine unbehandelte oder mit Antibiotika behandelte Kontrollgruppe.

 

In einer Untersuchung über zweieinhalb Jahre mit einer Herde von ca. 300 Kühen in einem biologisch-dynamischen Milchviehbetrieb sollte geprüft werden, ob klinische Euterentzündungen des Rindes auch mit homöopathischen Arzneimitteln erfolgreich behandelt werden können und ob man so auf den Antibiotika-Einsatz weitgehend verzichten kann.

Methodik:

Um die Effizienz der homöopathischen Therapie beurteilen zu können, erfolgten die Mastitisbehandlungen im Rahmen einer placebo-kontrollierten Doppel-Blind-Studie.
Das zu Beginn der Untersuchungen zugrunde gelegte Behandlungskonzept, basierend auf einem weitgehenden Verzicht des Einsatzes von Antibiotika, musste wegen unbefriedigender Behandlungsergebnisse aufgegeben werden (Versuchsabschnitt 1). Dieses wurde ersetzt durch ein modifiziertes Therapiekonzept, das einen zusätzlichen, jedoch begrenzten Einsatz von Antibiotka vorsah und gleichzeitig den Tierhalter zur Durchführung und Sicherung dringend erforderlicher Präventivmaßnahmen verpflichtete. Weiterhin sollten Euter mit subklinisch und chronisch verlaufenden Mastitiden zu Beginn der Trockenphase kontrolliert und selektiv mit Antibiotika trockengestellt werden (Versuchsabschnitt 2).
 

Versuchsabschnitt 1
  • keine Antibiotikabehandlung
  • kein antibiotisches Trockenstellen
  • keine investive Maßnahmen
Behandlungen
Akute Mastitiden: Phytolacca D6, Echinacea D6, Bryonia D6, Belladonna D6 oder Aconitum D6
Chronische Mastitiden: Phytolacca D6, Echinacea D6, Hepar sulfuris D8
Versuchsabschnitt 2
  • Antibiotikabehandlung erlaubt bei Therapieversagen
  • antibiotisches Trockenstellen bei spezif. Infektionen
  • investive Maßnahmen (Präventivmaßnahmen)
Behandlungen
Akute Mastitiden: Phytolacca D6, Echinacea D6, Bryonia D6, Belladonna D6 oder Aconitum D6 (bei Fieber > 40 °C)
Chronische Mastitiden: Phytolacca D6, Echinacea D6, Hepar sulfuris D8

 
Ergebnisse:
Verminderung des Einsatzes von Antibiotika in der Mastitistherapie
Das  Therapiekonzept im zweiten Versuchsabschnitt ermöglichte, dass bei der Behandlung klinischer Mastitiden in diesem Betrieb im Vergleich zur konventionellen antibiotischen Mastitistherapie in etwa 75% der Fälle auf die Anwendung von Antibiotika verzichtet werden konnte.

Wirksamkeitsnachweis der Homöopathika

Da sich die in beiden Versuchsgruppen (Verum oder Placebo) ermittelten Behandlungsergebnisse nur unwesentlich voneinander unterscheiden, ist ein Nachweis der Wirksamkeit der zur Behandlung klinischer Mastitiden eingesetzten Homöopathika bei Betrachtung aller Behandlungen nicht sicher zu erbringen. Allerdings spricht ein Vergleich der beiden Behandlungsgruppen bei den vollständig geheilten Vierteln von 107 Mastitisfällen, die durch euterpathogene Erreger verursacht wurden, für einen Wirksamkeitsnachweis (p<0.05).


Quelle:
MERCK, C.C.; FIDELAK, C.; KLOCKE, P.; REINECKE, A.; PAAL, K.; ROTHE, J. und SPRANGER, J. (2004): Etablierung der homöopathischen Mastitistherapie in einem biologisch-dynamisch wirtschaftenden Milcherzeugerbetrieb unter Berücksichtigung ökologischer, epidemiologischer und ökonomischer Gesichtspunkte. Abschlussbericht; Bundesprogramm Ökologischer Landbau, Förderkennzeichen 99UM032. Volltext




SchafeSelbstmedikation

Selbstmedikation beschreibt das freie Wahlverhalten von Tieren bei der Auswahl von Futter und/oder Arzneipflanzen in Abhängigkeit ihres Gesundheitszustandes. In 2007 wurde eine Fallstudie über endoparasitische Nematoden (MDS, Magen-Darm-Strongyliden) durchgeführt.

An 19 aufeinander folgenden Terminen im Sommer 14-tägig und im Winter alle 4 Wochen wurde auf der Weide frischer Kot der Schafe und Lämmer gesammelt (N=512). Die Proben wurden auf Ihre Anzahl Eier der Magen-Darm-Strongyliden untersucht. Zur Erfassung der genutzten Kräuter wurden Hinweise des Schäfers durch eigene Feldbeobachtungen überprüft und ergänzt.

Es hat sich gezeigt, dass erwachsene Schafe anscheinend in der Lage waren, den Level an MDS auf moderatem Niveau zu kontrollieren, während einjährige Lämmer dies offensichtlich nicht konnten. In Beobachtung des entsprechenden Freßverhaltens der Tiere ergaben sich Hinweise auf Pflanzen, die potenziell für die Selbstmedikation von MDS benutzt worden waren. Um aber eine Selbstmedikation wirklich nachzuweisen, sind kontrollierte Fütterungsversuche mit diesen Pflanzenkombinationen zu den betreffenden Zeiten notwendig, wobei die Immunantwort der Schafe als weiterer Parameter überprüft werden soll.


Quelle:
VEREIJKEN, H.; RÜBESAM, K. und BAARS T. (2009): Selbstmedikation bei Schafen als eine Ökologisierungsmaßnahme für die Landwirtschaft. Beiträge zur 10. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, Zürich, Band 2, 70-73. Volltext

 

 

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