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Versuche zur Veraschung tierischer Schädlinge


In Neuseeland wurden Untersuchungen mit biologisch-dynamischen Tinkturen zur Schädlingskontrolle gegen Kusus (Possums) durchgeführt - ohne offensichtlichen Erfolg.


PossumIm vergangenen Jahrhundert wurde der Fuchskusu (Trichosurus vulpecula Kerr, auch Possum genannt) von Australien in Neuseeland eingeschleppt. Diese Tiere verursachen Probleme, da sie als Pflanzenfresser landwirtschaftliche Kulturen schädigen und eine Rinderkrankheit übertragen können. Die abstoßende Wirkung (Repellent-Effekt) von fünf biologisch-dynamischen Tinkturen wurde mit Possums in Gehegen untersucht, wobei das Freßverhalten, die Nahrungsaufnahme und das Körpergewicht ausgewertet wurde. Außerdem registrierten die Forscher den Verzehr von Ködern in behandelten und unbehandelten Freßstationen im Feld. Es wurde keine Auswirkung der Tinkturen auf das Verhalten und kein Repellent-Effekt in einem der Versuche festgestellt (weitere experimentelle Einzelheiten siehe in der unten genannten Publikation).

Erster Versuch:
Es wurde getestet, ob aus verbranntem Possumfell oder verbrannten Possumhoden hergestellte Materialien eine abstoßende oder störende Wirkung auf insgesamt drei männliche und drei weibliche wilde Possums hatten. Die Tiere wurden zwei Monate an die Gefangenschaft gewöhnt und dann in zwei gemischtgeschlechtlichen Gruppen zu je drei Tieren in zwei großen Freilandpferchen (20 x 60 m) gehalten. Vier abgewogene Portionen Obst und Gemüse wurden in 10 m Abstand in jedem Pferch ausgelegt. Behandlungen: A und B, zwei Tinkturen geliefert von der Weleda Ltd. Neuseeland; C, eine Tinktur hergestellt von einem lokalen Landwirt; D, eine Tinktur zur Verfügung gestellt von der Biologisch-Dynamischen Vereinigung; E, ein Mittel hergestellt von den Forschern selbst nach detaillierten Anweisungen der Biologisch-Dynamischen Vereinigung. Sand, Holzasche, Leitungswasser und Wasser mit 5% Ethanol dienten als Kontrolle (Placebo).

Die getesteten Materialien wurden auf und um das Futter herum geschmiert. Die Behandlungen wurden während der Untersuchungsperiode von acht Nächten zufällig auf die Futterplätze verteilt. Die Reaktion der Tiere wurde diskret beobachtet und die unverzehrte Menge Futter rückgewogen. Um den Einfluss der Beobachter zu vermeiden, war die Untersuchung als Doppel-Blindversuch angelegt.

Zweiter Versuch:
Nach der gleichen Prozedur wurden zwei Tinkturen (A und B) mit einem üblichen Repellent für Pflanzenfresser verglichen.

Dritter Versuch:
Die biologisch-dynamische Tinktur C wurde an wilden Possums getestet. Es wurden 58 Köder (Futterröhrchen gefüllt mit 1,2 kg Getreidepellets) in 50 m Abstand in der Landschaft ausgelegt. Die Futterröhrchen wurden drei Wochen lang gefüllt gehalten. Der Boden in 2 m Umkreis wurde bei der Hälfte der Futterstellen (randomisierte Auswahl) 3-6 Std. vor der Dämmerung mit 50-100 cm-3 der Tinktur oder mit der gleichen Menge Leitungswasser besprüht. Der Verzehr der Köder wurde in zwei aufeinander folgenden Nächten ausgewertet.

Ergebnisse:
Die tägliche Nahrungsaufnahme und das Körpergewicht der Possums in den Gehegen zeigten im Mittel keine signifikanten Unterschiede zwischen den biologisch-dynamischen und den Kontroll-Varianten. Es wurden keine Repellent-Wirkungen oder anderen abnormen Verhaltensweisen durch die Tinkturen beobachtet. Die durchschnittliche Köder-Aufnahme der wilden Possums wurde durch die Behandlungen nicht signifikant beeinflusst.


Quelle:
Eason, C.T.; Hickling, G.J. (1992): Evaluation of a bio-dynamic technique for possum pest control. New Zealand Journal of Ecology 16, 141-144



Kommentar von biodynamic-research.net:

Mit solchen Experimenten, in welchen die verschiedenen Behandlungen in einer Entfernung von 10 bzw. 50 m aufgestellt wurden, ist es sehr schwer zu entscheiden, ob die Präparate wirksam waren oder nicht. Bei der Beschreibung der Methode sagte Steiner: “ihr Einfluss strahlt weit und breit aus”. Allerdings weiß niemand, in welchem Radius das geschieht, d.h. wie weit entfernt die Kontroll-Variante aufgestellt werden muss.

 

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