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Effekte der Präparate auf Bodeneigenschaften


Höhere Humusgehalte und intensiveres Bodenleben durch Mistdüngung, wenn zusätzlich die Präparate angewendet werden.

Im Vergleich zur Rottemistdüngung ohne Einsatz der Präparate (Variante RM) ergab die gleiche Düngung mit Anwendung der Dünger- und Feldpräparate (RMBD) höhere Gehalte an organischer Substanz (organischem Kohlenstoff). Dies wurde im Ober- und Unterboden festgestellt.
Die Aktivität des Bodenenzyms Dehydrogenase war in der Präparatevariante ebenfalls deutlich erhöht.
Weitere Ergebnisse zu Bodeneigenschaften dieses Langzeitversuches.


Organisch gebundener Kohlenstoff und Dehydrogenaseaktivität bei Rottemist- und Mineraldüngung im Ober- und Unterboden (BACHINGER, 1996)
  Düngerart   Oberboden1 rel. zu MIN  
Unterboden  rel. zu MIN 
Corg (%) RM
RMBD

MIN
0,99 b 2
1,21 c
0,80 a
124
151
100
0,27 a
0,37 b
0,26 a
104
142
100
DHA 3 RM
RMBD
MIN
164,0 b
184,5 c
126,8 a
129
146
100
20,8 a
29,1 b
15,3 a
137
191
100
1 Oberboden: 0 - 25 cm, Unterboden: 25 - 55 cm
2 Werte eines Horizontes mit unterschiedlichen Buchstaben
   unterscheiden sich signifikant (p<0,05)
3 Dehydrogenaseaktivität (µg TPF 10g -1 24 h-1)


Die Dehydrogenaseaktivität (DHA) in den Düngevarianten dieses und zweier weiterer Langzeitversuche haben Mäder et al. (1996) verglichen. Dabei fanden sie heraus, dass in allen Versuchen die Varianten mit Präparateanwendung die jeweils höchste DHA hatten.

In diesem Effekt stimmten die Versuche überein, obwohl sie unter sehr verschiedenen Standortbedingungen stattfanden.



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Quellen:
BACHINGER, J. (1996): Der Einfluß unterschiedlicher Düngungsarten (mineralisch, organisch, biologisch-dynamisch) auf die zeitliche Dynamik und die räumliche Verteilung von bodenchemischen und -mikrobiologischen Parametern der C- und N-Dynamik sowie auf das Pflanzen- und Wurzelwachstum von Winterroggen. Diss. Univ. Gießen. Schriftenreihe Bd. 7, Inst. f. biol.-dyn. Forschung, Darmstadt

MÄDER, P.; PFIFFNER, L.; FLIEßBACH, A.; LÜTZOW, M.v.; MUNCH, J.C. (1996): Soil ecology - The impact of organic and conventional agriculture on soil biota and its significance for soil fertility. Proc. Vol. 1, 11th IFOAM Intern. Sci. Conf., August 11-15, 1996, Copenhagen; 24-46.

 


Kein Präparate-Effekt auf Humusgehalt (Corg) und mikrobielle Biomasse in einem mehrjährigen Versuch mit Gülle und Mistkompost

Seit 2002 wird in der Schweiz ein Versuch mit Gülle, Mistkompost und verschiedenen Bodenbearbeitungsvarianten, jeweils mit und ohne Präparateanwendung durchgeführt. Nach drei Jahren war kein Effekt der Präparate auf den Gehalt des Bodens an organischer Substanz und mikrobieller Biomasse festzustellen.

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Einfluss von biologisch-dynamischen Präparaten, Düngung und Bodenbearbeitung  auf den organischen Kohlenstoffgehalt (links) und die mikrobielle Biomasse (rechts) im Oberboden (2002 – 05)
Berner et al. (o.J.)


Quelle:
BERNER, A.; HILDERMANN, I.; THALMANN, M.; HÜGLI, C.; FREI, R.; MÄDER, P. (o.J.): Einfluss von biologisch-dynamischen Präparaten, Düngung und Bodenbearbeitung auf Bodenfruchtbarkeit und Ertrag. Bericht FiBL, Frick (Schweiz)
 
BERNER, A.; HILDERMANN, I.; FLIEßBACH, A.; PFIFFNER, L.; NIGGLI, U.; MÄDER, P. (2008): Crop yield and soil fertility response to reduced tillage under organic management. Soil & Tillage Research 101, 89-96

 


 

In einem Langzeitversuch in Järna (Mittelschweden) waren zwei Varianten mit Mistkompostdüngung angelegt (K1 und K2). Bei Anwendung aller Präparate (K1) war der Humusgehalt des Bodens höher als in der Variante, die nur die Kompostpräparate erhielt (K2).

 

Järna
C-Gehalt des Oberbodens nach 31 Versuchsjahren
                        Pettersson et al., 1992

Quelle:
PETTERSSON, B.D.; REENTS, H.J.; WISTINGHAUSEN, E.v. (1992): Düngung und Bodeneigenschaften. Ergebnisse eines 32-jährigen Feldversuches in Järna, Schweden. Schriftenreihe, Band 2; Institut für biologisch-dynamische Forschung, Darmstadt

 


 

Die Präparate bewirkten ein dichteres Wurzelsystem bei mehreren Kulturpflanzen

Nach langjähriger Anwendung von Rottemist und allen Dünger- und Feld-Präparaten hatte Roggen ein stärker verzweigtes, dichteres Wurzelsystem ausgebildet, insbesondere im Unterboden. Daraus kann geschlossen werden, dass die Pflanzen wegen des intensiveren Wurzelwachstums in der Lage waren, den Wasser- und Nährstoffvorrat des Bodens besser auszunutzen. Die Gesamtmasse der Wurzeln war unverändert (Bachinger, 1996).

Ähnliche Ergebnisse wurden im gleichen Versuch mit Sommerweizen festgestellt (Meuser, 1989).

Auch mit präparierter Gülle entwickelten die Pflanzen ein dichteres Wurzelsystem (Abele, 1978).

Wurzelmasse und -dichte von Roggen im Ober- und Unterboden bei Rottemist- oder Mineraldüngung, April 1990; Mittel der drei Düngungsstufen (Bachinger, 1996) *
                           Düngerart Oberboden: Unterboden:
Menge rel. zu MIN Menge rel. zu MIN
Aschefreie
Wurzelmasse1
RM        0,125 a 103     0,018ab 120
RMBD  0,140 a 115 0,021 b 140
MIN    0,122 a 100 0,015 a 100
Wurzeldichte2 RM         400,4 a 119 35,2 a 86
RMBD 499,3 b 148 67,3 b 165
MIN 337,8 a 100 40,8 a 100
1 g/1000cm3; Oberboden: 0 - 30 cm;
  Unterboden: 30 -60 cm
2 Wurzeln/100 cm2; Oberboden: 0 - 25 cm; 
  Unterboden: 25 - 55 cm
Werte eines Horizontes mit verschiedenen Buchstaben unterscheiden sich signifikant (p<0,05).



Einfluss von Gülle auf das Wurzelwachstum von Buschbohne


Links: unbehandelte Gülle
Mitte: belüftete Gülle plus Bentonit
Rechts: wie Mitte plus Präparate

Abele (1978)
GülleAbele78

Quellen:
ABELE, U. (1978): Ertragssteigerung durch Flüssigmistbehandlung. KTBL-Schrift 224, Landw.-Verlag, Münster- Hiltrup

MEUSER, H. (1989): Einfluß unterschiedlicher Düngungsformen auf Boden und Pflanze. Untersuchungen zum Wasser- und Nährstoffhaushalt des Bodens und zum Pflanzenwachstum. Schriftenreihe des Fachbereichs Landschaftsentwicklung der TU Berlin Nr. 67




 

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