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allgemeine Einführung

Biologisch-dynamische/ökologische Züchtung

Quelle: Forschungsring e.V. (Hrsg.) 2007: Flyer - Biologisch-dynamisches/ökologisches Saatgut (Auszug)

  Gemüse

Unter biologisch-dynamischen Bedingungen werden von engagierten Menschen neue Sorten für den Erwerbsanbau gezüchtet. Somit wird eine hohe Vielfalt bezüglich Regionalität, Geschmack, Haltbarkeit und Ernährungsfähigkeit (z. B. Inhaltsstoffe) erreicht. Gezüchtet wird mit den bewährten klassischen Methoden der Kreuzungs- und Selektionszüchtung.

 

Inzwischen konnten ca. 50 Sorten bis zur Marktreife und Zulassung gebracht werden. Dies ging nur durch eine intensive Unterstützung von privaten Geldgebern (vor allem Stiftungen). Denn die Entwicklung einer neuen Getreidesorte von Zuchtbeginn bis zum Brotverkauf im Laden benötigt etwa 14 Jahre – ein langwieriger und teurer Prozess.

 

  Getreide

Durch die standortangepasste Biologisch-dynamische Züchtungsforschung wird die biologische Vielfalt im Bereich der Sorten und der natürlichen Organismen gefördert. Sie geht von der engen Verbindung der Pflanze mit ihrem Umfeld und deren gegenseitiger Beeinflussung aus. Sie verfolgt über die klassischen Zuchtziele (z. B. Klebergehalt bei Getreide, Ertrag, Gesundheit, Gestalt/Form) hinaus weitere Ziele, wie z. B.

 

  • Stärkung der allgemeinen Widerstandskraft der Pflanzen,
  • spezifische Resistenzen
  • Harmonisierung des Wachstums,
  • Wüchsigkeit,
  • ausgeprägtes Wurzelwachstum,
  • gutes Nährstoffaneignungsvermögen,
  • Ausreifung => mehr Aroma, Geschmack und Gesundheit durch mehr und andere Inhaltsstoffe.

Die Anwendung der Biologisch-Dynamischen Präparate im Sinne von Systemregulatoren und die Beachtung von natürlichen Rhythmen stehen für eine offene Haltung gegenüber äußeren Einflüssen auf die Organismen.



Beispiele für bio-dynamisch/ökologisch gezüchtete Sorten

Gemüse (Kulturssat e. V.)

  • Möhre: Rodelika, Milan, Robila
  • Weißkohl: Dowinda, Dottenfelder Dauer, Holsteiner Platter, Amarant
  • Rotkohl: Rodynda, Topas
  • Salat: Briweri
  • Paprika: Pantos
  • Kohlrabi: Blaril
  • Tomate: Zuckertraube
  • Gurke: Persika
  • Tomate: Quadro, Piroka
  • Paprika: Jumbo
  • Sellerie: Ortho, Hochdaler Markt
  • Spinat: Winterriesen


Zugelassene bio-dynamisch gezüchtete Getreidesorten (Sativa AG, Rheinau):

  • Winterweizen: Pollux, Ataro, Aszita, Wenga
  • Dinkel: Alkor, Sirino
  • Sommergerste: Lawina
  • Einkorn: Albini, Tifi, Terzino

Züchter
 
Beispielhaftes Züchterporträt: Dietrich Bauer und Mitarbeiter, Dottenfelderhof, Bad Vilbel

Seit 1972 wird durch Selektion und Linienbildung an Kopfkohl züchterisch gearbeitet. Seit 1980 wird intensiv an einer Lagermöhrensorte selektiert, seit 1990 mit der Methode der Geschmacksauslese. Sowohl bei Möhren als auch bei Kopfkohl ist auf der Grundlage von Genbankherkünften und anderen samenfesten Sorten ein umfangreiches Zuchtmaterial entstanden, das die Basis für morphologische Studien und für die Entwicklung weiterer Sorten bildet. Seit 1998 wird – ausgehend von einer Studienarbeit – auch an Pastinaken züchterisch gearbeitet.

Dietrich Bauer: „Selektion aus großflächigem Anbau führt zum Erfolg. Als erfahrener Anbauer kann man auch Züchter sein. Unsere vorrangigen Zuchtziele sind der Wohlgeschmack und die Ernährungsqualität für den Verbraucher.“


weitere Informationen:

Assoziation biologisch-dynamischer Pflanzenzüchter
 

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