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Projekte der Weleda AG / Weleda Naturals GmbH

   
Arnika montana  

(Quelle: WELEDA-Naturals GmbH (Hrsg.) (2007) Heilpflanzenforschung der WELEDA. Schwäbisch Gmünd)

Halbnatürlicher Anbau (ökologische Habitatpflege):
Es ist nicht immer möglich oder sinnvoll Heilpflanzen zu kultivieren. Durch den so genannten halbnatürlichen Anbau (ökologische Habitatpflege) kann eine gefährdete Art wieder gefördert werden. Die Weleda hat z.B. in den Südvogesen Flächen gepachtet, die von einem Landwirt extensiv bewirtschaftet werden. Dadurch ist gewährleistet, dass die Arnica montana, die dort eine Leitpflanze darstellt, erhalten bleibt. Wenn diese Fläche nicht gemäht wird, würde natürlicherweise die Sukzession voranschreiten. Durch die extensive Bewirtschaftung kann die Arnika in ihrer derzeitigen Entwicklung an diesem Standort erhalten werden. Dadurch ist eine ideale Symbiose von wirtschaftlicher Nutzung und der Sicherstellung von hochwertigem pflanzlichen Rohstoff einerseits und Landschaftsschutz durch biotopgerechte Pflege entstanden.

Dieses Projekt wird zusammen mit der regionalen Regierung, sowie der regionalen Naturschutzorganisation durchgeführt. Eine wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Metz gab es bis 2005.


 
Lobaria pulmonaria

Nachhaltige Wildsammlung und in situ-Vermehrung der geschützten Flechtenart Lobaria pulmonaria
Scheidegger, C.; Stähli, I.; Ellenberger, A. (2007) Nachhaltige Wildsammlung und in situ-Vermehrung der geschützten Flechtenart Lobaria pulmonaria. In Weleda-Naturals GmbH (Hrsg.). Heilpflanzenforschung der Weleda, S.13-19

Für die gefährdete und national geschützte Lungenflechte Lobaria pulmonaria soll untersucht werden, inwieweit der Artenschutz einer in der Pharmazie verwendeten Art gezielt durch den Einbezug einer nachhaltigen Nutzung unterstützt werden kann.

Fragestellungen der laufenden Untersuchungen:

 
Testen einer Sammelanleitung
1. In welchen Populationen darf die Lungenflechte gesammelt werden?
2. Welche und wie viele Thalli dürfen gesammelt wreden?
3. Welcher Teil des Thallus darf gesammelt werden?
4. Welche Massnahmen zum Schutz der Art sind parallel zur Beerntung sinnvoll?

Artenschutzmaßnahmen durch Transplantation von Thallusfragmenten

Ziel: Einerseits soll durch die Transplantation von Thallusfragmenten der Verlust von Thalli kompensiert werden, welche beim Sammeln möglicherweise Schaden nehmen, sich nicht mehr regenerieren können und absterben. Anderseits soll die sexuelle Vermehrung in einer Population unterstützt werden durch die Transplantation von fünf Thalli verschiedener Genotypen nebeneinander an einem Stamm. Dadurch wird nicht nur die Population erhalten sondern gleichzeitig auch deren Ausbreitungs- und Vermehrungspotential gefördert.


 
Arnika montana

Nachhaltige Nutzung von Arnica montana aus Wildsammlung in Rumänien.
Michler, B.; Pacurar, F. (2007) Nachhaltige Nutzung von Arnica montana aus Wildsammlung in Rumänien. In Weleda-Naturals GmbH (Hrsg.). Heilpflanzenforschung der Weleda, S.20-25

Das Sammelgebiet befindet sich im nordwestlichen Teil von Rumänien im Zentrum des Apuseni-Gebirges. Es handelt sich um eine Region mit traditioneller Landbewirtschaftung, wie z.B. Wald- und Weidenutzung, Hutungen, Feldgraswirtschaft und geschneitelte Kopfbäume.

Bei diesem Projekt wurden folgende Ziele verfolgt:

• Erfassung des Habitattyps von Arnica
• Ermittlung des Blütenertrages von Arnica montana
• Risikobewertung der Ressource
• Strategie einer nachhaltigen Nutzung


 
Ratanhia  

Biologische Aspekte einer nachhaltigen Wildsammlung von Ratanhia (Krameria lappacea (Dombey) Burdet & Simpson) in Peru.
Dostert, N.; Weigend, M. (2007) Biologische Aspekte einer nachhaltigen Wildsammlung von Ratanhia (Krameria lappacea (Dombey) Burdet & Simpson) in Peru. In Weleda-Naturals GmbH (Hrsg.). Heilpflanzenforschung der Weleda, S.26-31

 
Es wurden Untersuchungen zur Ökologie, des Parasitismus, der Kulturfähigkeit und von Maßnahmen zur nachhaltigen Wildsammlung von Ratanhia seit Anfang 2003 durchgeführt.
Die Untersuchungen wurden mit der GTZ   im Rahmen eines Public-Private-Partnership durchgeführt.
In Zusammenarbeit mit verschiedenen lokalen Organisationen wurden in Peru bisher schon 2000 Hektar Land unter Schutz gestellt. In diesen Gebieten dürfen nur Sammler arbeiten, die in nachhaltigen Sammelmethoden geschult wurden und eine Lizenz erhalten haben. Die so gesammelten Pflanzen entsprechen den Kriterien für nachhaltige, ökologisch zertifizierte und fair bezahlte Wildsammlung.



Beispiele für die Inkulturnahme von Heilpflanzen

 
  Euphrasia officinalis

Untersuchung zur Inkulturnahme von Augentrost (Euphrasia officinalis).
Waßmann, B.; Claupein, W. (2007) Untersuchung zur Inkulturnahme von Augentrost (Euphrasia officinalis). In Weleda-Naturals GmbH (Hrsg.). Heilpflanzenforschung der Weleda, S.32-38

Das in der Pharmazie und Kosmetik verwendete Augentrost (Herba Euphrasiae), stammt zur Zeit aus Wildsammlungen. Die Stammpflanze Euphrasia officinalis L. ist ein Sammelname und steht für eine Artengruppe, zu der auch E. rostkoviana Hayne gezählt wird. In dieser Untersuchung sollten grundlegende pflanzenbauliche Kenntnisse über die Art E. rostkoviana gewonnen werden. Dafür wurden Samen aus Wildbeständen auf ihre Lebensfähigkeit sowie Keimfähigkeit geprüft. Des weiteren wurden in Gewächshaus- und Freilandversuchen unterschiedliche Pflanze als Wirtspflanzen geprüft. In Freilandversuchen wurde E. rostkoviana in einem bestehenden Wiesenbestand etabliert, um konkrete Anbaubedingungen zu erhalten.
Nach mindestens dreiwöchiger Stratifikation bei 5 ° C im Keimschrank, im Gewächshaus sowie im Freiland kam es zu einer zufriedenstellenden Keimung von E. rostkoviana. Auf den drei Gramineen ( Agrostis capillaris, Dactylis glomerata und Festuca rubra rubra ) die als Wirtspflanzen dienten konnte sich E. rostkoviana etablieren. Im Freiland waren die Pflanzen im Wuchs kräftiger, was auf einen ernährungsvorteil älterer Wirtspflanzen schliesssen lässt. Es wurde im Durchschnitt 241,6 g / m² Frischpflanzengewicht von E. rostkoviana geerntet.
Wird dies auf einen Frischpflanzenbedarf von 100 kg hochgerechnet, müssten 240 g Saatgut auf einer Fläche von 415 m² ausgesät werden.

 
Peucedanum ostruthium  

Inkulturnahme von Meisterwurz (Peucedanum ostruthium)
Walle, E.M.; Gruber, S.; Claupein, W. (2007) Inkulturnahme von Meisterwurz (Peucedanum ostruthium). In: Weleda-Naturals GmbH (Hrsg.). Heilpflanzenforschung der Weleda, S.33-42

Die europäische Gebirgspflanze Meisterwurz (Peucedanum ostruthium) wächst natürlicherweise ab 1400 m Höhe an Bachufern, feuchten Schutthalden, Grünerlengebüsche und schattigen Felsausläufern.

Es sollten optimale Vermehrungsstrategien entwickelt werden, sowie in Feldversuchen geeignete Bodeneigenschaften und Bestandesdichten.

Zusammenfassung:

  • Inkulturnahme von Meisterwurz ist möglich
  • die vegetative Vermehrung ist aus Gründen der sichereren und schnelleren Jungpflanzenentwicklung der generativen vorzuziehen
  • Das Saatgut sollte für eine generative Vermehrung vier Wochen bei 2 ° C gelagert werden
  • Saatgut immer erntefrisch aussäen
  • Meisterwurz hat keine besonderen Bodenansprüche, jedoch liebt er Kalk
  • zwischen den Tinkturen aus dem Anbau und der Wildsammlung gibt es vermutlich keine großen Unterschiede



Bodenuntersuchung zur Inkulturnahme von Lamium album L.
Baumgart, I. (2007) Bodenuntersuchung zur Inkulturnahme von Lamium album L.. In: Weleda-Naturals GmbH (Hrsg.). Heilpflanzenforschung der Weleda, S.43-50
 

 
  Lamium album L.

In der gärtnerisch-landwirtschaftlichen Praxis wird die Weiße Taubnessel (L. album) kaum angebaut. Die Blüten stammen aus Wildsammlungen bzw. aus kleinparzelligem, sehr arbeitsintensiven Anpflanzungen.

In dieser Untersuchung wurde geprüft, welchen Einfluss der Boden auf die Ertragsparameter Triebzahl, Wuchshöhe, Anzahl Scheinquirlen und Blühhorizontlänge von L. album hat.

Im Freiland wurden fünf verschiedene Böden in einem Gefäßversuch getestet. Stickstoff, Kalium und der Corg-Gehalt haben einen besonderen Einfluss auf das Wachstum der Weißen Taubnessel. Die höchsten Triebzahlen und die besten Wuchshöhen konnten auf den Böden mit den höchsten N-Gehalten ( Boden BEE 0,24 % N und Boden SAND 0,17% N) bonitiert werden. Dieses Ergebnis korreliert eng mit einer erhöhten Blütenausbildung der Weißen Taubnessel.

Der Boden BEE mit 0,24 % N, 5,6 % org. Substanz und einen Kaliumgehalt in der Versorgungsstufe D wird den Anforderungen der Weißen Taubnessel am ehesten gerecht.
 


   
Oxalis acetosella L.  

Versuche zur Inkulturnahme von Oxalis acetosella L.
Schubert, M. (2007) Versuche zur Inkulturnahme von Oxalis acetosella L..
In: Weleda-Naturals GmbH (Hrsg.). Heilpflanzenforschung der Weleda, S.51-54

Für den Waldsauerklee (Oxalis acetosella L.) wurden im Rahmen einer Diplomarbeit erste Untersuchungen zur Inkulturnahme durchgeführt. Es wurden die Einflüsse von Licht, pH-Wert und Nmin-Gehalt im Boden auf das Wachstum von Waldsauerklee untersucht.

Ein Schattentunnel als Kulturstandort bietet bezüglich seiner Lichtbedingungen günstige Voraussetzungen für die Kultuvierung von Oxalis acetosella L. Es konnte keine Keimung der Samen in den Versuchen erreicht werden, daher scheint zur Zeit eine Umpflanzung aus einem Waldstandort die einzige Alternative zu sein.

 

 

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