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Ernährungsqualität

Brot 
Das Ganze ist mehr als
die Summe seiner Teile

Aristoteles

In der biologisch-dynamischen Forschung werden ergänzend zu den Nähr- und Wirkstoffen auch Bilde- und Vitalkräfte mit verschiedenen sogenannten ganzheitlichen oder komplementäre Methoden untersucht.

 


Gestalt, Geruch und Geschmack von Weizen im DOK-Systemvergleichsversuch


In diesem Projekt wurde versucht, aufbauend auf sinnlichen Erfahrungen einfache Methoden zur Erfassung des spezifischen "biologischen" Qualitätsprofils bei Weizen zu erarbeiten.

Methoden:
Es wurden Mischproben der Feldwiederholungen von Biologisch-dynamisch (D2), Organisch-biologisch (O2), Konventionell mit Stallmist (K2) aus dem Langzeit-Feldversuch (DOK-Versuch) in Therwil, 10 km südlich von Basel untersucht.
Breiverkostung der Ernte 1999: Mischproben der Feldwiederholungen von D2, O2 und K2 wurden jeweils als 300 g Haushaltsmühlen-Schrot mit 1.5 l Wasser und 6 g Salz aufgekocht und einem angelernten Panel von 19 Teilnehmern am FiBL zur Verkostung angeboten. Die Teilnehmer erhielten jedes Verfahren als Doppelprobe (=6 Schälchen). Aufgaben waren 1.) Aroma und Geschmack der Proben zu bewerten (Daten nicht dargestellt), 2.) die jeweils identischen beiden Proben zuzuordnen und 3.) die 6 Proben in eine Rangordnung nach Beliebtheit zu bringen. Bei der Auswertung wurde zuerst einzeln varianzanalytisch (mit likelihood iteration) geprüft, ob die Parameter „Alter“, „Geschlecht“, „wie gerne esse ich Brei“ Rangeinfluss hatten. Mit einer zweifaktoriellen ANOVA wurde dann ein Modell für den Prüfer- und Verfahrenseinfluss auf den Rang erstellt. Der Mittelwertvergleich der Rangplätze erfolgte mit dem um den Prüfereinfluss bereinigten Rangplatz. In einem zweiten Durchgang wurden „unqualifizierte“ Prüfer ausgeschlossen, die keines der drei identischen Probenpaare richtig zugeordnet hatten.

Ergebnisse und Diskussion:
Bei der Breiverkostung identifizierten 12 Prüfer wenigstens ein Paar und zwei sogar alle drei Paare richtig. Prüferbeschreibende Einzelparameter (s. Methoden) hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Rangplätze der Proben und mussten somit nicht als Covariablen in die ANOVA miteinbezogen werden. Die zweifaktorielle ANOVA ergab einen hochsignifikanten Einfluss des Verfahrens auf den Rang (P=0.0001, α= 0.05) und eine hochsignifikante Wechselwirkung von Prüfer und Verfahren (P=0.0073).

Schlussfolgerungen:
Die vorgestellten, sukzessive entwickelten rein sensorischen Beobachtungsmethoden konnten deutlich die verfahrensbedingte Weizenqualität im DOK-Versuch differenzieren.
Dabei zeigte vor allem das Verfahren D2 ein deutlich durch Reifeprozesse dominiertes Profil.

Quelle:
ARNCKEN, C.; WEIBEL, F.P. UND MÄDER, P. (2007): Gestalt, Geruch und Geschmack von Weizen im DOK-Anbauvergleichsversuch. 9. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, Stuttgart-Hohenheim, Deutschland, 20.-23.03.2007; S. 449-452. Volltext


WeinEinfluss der biologisch-dynamischen Präparate auf Boden und Weintrauben


Ein Weinbau-Langzeitversuch (1996-2003) auf einem Praxisbetrieb in Kalifornien vergleicht in einem Weinberg die Behandlungen mit biologisch-dynamischen Präparaten und eine unbehandelte Kontrolle, jeweils in 4 Wiederholungen. Alle anderen Kulturmaßnahmen sind in beiden Varianten gleich. Es werden die Auswirkungen auf den Boden und auf die Qualität der Trauben  untersucht.

In den ersten sechs Jahren des Versuches wurden keine Unterschiede in der Bodenqualität gefunden.

Die Analyse anderer Merkmale wie der Ertrag pro Rebstock, Trauben pro Rebstock, das Trauben- und Beerengewicht zeigte keinen Unterschied. Es wurden statistisch signifikante Unterschiede (p < 0.05) im Verhältnis von Traubenertrag und Holzertrag ermittelt. Die biologisch-dynamische Variante hatte eine optimale Ertragsbelastung um hochwertige Weintrauben zu produzieren. Im Gegensatz dazu hatte die Kontrollvariante eine etwas zu hohe Ertragsbelastung.

In einem der Untersuchungsjahre (2003) hatten die biologisch-dynamischen Weintrauben einen signifikant höheren Brixgehalt (p < 0.05) und höhere Gehalte an Phenolen und Anthocyanen (p < 0.01). Die Unterschiede waren allerdings gering, ihre praktische Bedeutung ist unsicher.

Quelle:
REEVE, J.R.; CARPENTER-BOGGS, L.; REGANOLD, J.P.; YORK, A.L.; McGOURTY, G.; McCLOSKEY, L.P. (2005): Soil and winegrape quality in biodynamically and organically managed vineyards. American Journal of Enology and Viticulture 56, 367-376.

Äpfel - organisch und biologisch-dynamisch

Erntemenge und Vitalqualität im Vergleich

An der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Obst- und Weinbau in Weinsberg wurde von 1991-96 ein Anbauversuch mit unterschiedlichen Düngungsverfahren, Einsaaten und Bodenbearbeitungsgängen hinsichtlich Pflanzengesundheit, Qualität und Ertrag geprüft.
In diesem Projekt wurden Äpfel der Sorte Elstar von drei Varianten mit bildschaffenden Methoden bezüglich ihrer Vitalqualität untersucht.

Methoden:
Untersuchte Varianten
Sorte Elstar auf der Unterlage M9, aus drei Verfahren:
1 = Mechanische Bearbeitung ohne Düngung. Ab Juli natürlich eingrünen lassen. Begrünung wird nach der Apfelernte gemulcht. Erste Baumzeilenbearbeitung im nächsten Frühjahr kurz vor der Blüte.
5 = Mechanische Bearbeitung mit Kompostdüngung. Die Baumzeile wird ganzjährig offengehalten.
10 = Mechanische Bearbeitung, Düngung mit präparierten Kompost. Anwendung der biologisch-dynamischen Spritzpräparate. Die Baumzeile wird ganzjährig offengehalten.
Es wurden neun verschlüsselte Apfelproben mit folgenden Methoden untersucht:
Kupferchloridkristallisation nach PFEIFFER, Steigbild nach WALA, Rundfilterchromatogramm nach PFEIFFER.

Ergebnisse:

Apfelertrag.png
Anbauvarianten Apfel: Baumertrag im Durchschnitt 92-96 (kg/Baum, Sorte Elstar auf M9)    
Quelle: Balzer-Graf et al. 1998
Beim Vergleich der Varianten 1, 5 und 10 wird ein höherer Ertrag der biologisch-dynamischen bewirtschafteten Parzellen erkennbar.
 
Mit den bildschaffenden Methoden konnten die 9 codierten Apfelproben richtig nach Versuchsverfahren gruppiert und qualitativ differenziert werden.


Die Vitalqualität der Früchte aus den drei Gruppen wurde folgendermaßen charakterisiert:

Variante 1=ungedüngt:
ziemlich apfeltypisch, fruchthaft-differenziert, vital, leicht überreif - verhärtet, leicht gestaut.

Variante 5=Kompost:
ziemlich apfeltypisch, fruchthaft-differenziert, vital, leicht vegetativ - stoffwechselaktiv, leicht für abbauende Prozesse offen.

Variante 10=präparierter Kompost und Spritzpräparate:
apfeltypisch, deutlich fruchthaft-differenziert, vital bis sehr vital, gut gereift, harmonisch ausgewogen.

Quelle:
BALZER-GRAF, U., HOPPE, H., STRAUB, M. (1998): Äpfel – organisch und biologisch-dynamisch. Erntemenge und Vitalqualität im Vergleich. Lebendige Erde 49, H. 5, S. 387-397.

 

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