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Wirkungen von Rottemist und biol.-dyn. Präparaten



Langzeitversuch am IBDF Darmstadt (seit 1980)


seit 1992 Untersuchungen mit Winterroggen

Dritte Phase (Schwerpunkt Ertragsbildung und Langzeiteffekte)


Sortenwahl, Aussaatdatum, Saatstärke und
Erntedatum von Roggen in den Jahren 1994-98
(Raupp, 1999)
Jahr  Sorte  Aussaat  Samen m-2
 
Ernte 
94 Danko 29.10.93 450 25.07.94
95 Danko 31.10.94 420 26.07.95
96 Danko 21.09.95 270 06.08.96
97 Nomaro 26.09.96 250 29.07.97
98 Amilo 25.09.97 285 27.07.98

Das Ertragsniveau von Winterroggen in früheren Jahren (Versuchsmittel in 1989-91: 27,6 dt ha-1) war unbefriedigend. Deshalb wurde versucht, durch Wechsel der Sorte und Vorverlegen der Saatzeit (siehe Tabelle) das Ertragsniveau anzuheben.
 
Dies ist insbesondere für die Rottemistvarianten gelungen (siehe Abbildung).

 



   Ertrag WR

Mineraldüngung brachte in jedem Jahr (abgesehen von 1996) höhere Erträge.
Die Differenz zwischen organischer und mineralischer Düngung war jedoch in den Jahren mit früher Saat (1996-98) deutlich geringer als bei später Saat. Die Steigerung der Aufwandmengen hat zu höheren Erträgen geführt.

 

 

 

 

 

 

  Ertragskomponenten WR  

Ausprägung einzelner Ertragskomponenten hing von der Düngerart ab.
Die Anzahl der Ähren je m-2 war bei Mistdüngung in vier von fünf Jahren deutlich geringer als bei Mineraldüngung. Das Tausendkorngewicht zeigte keine einheitlichen, düngungsbedingten Unterschiede. In den beiden Jahren mit später Saat war der Feldaufgang mit Rottemistdüngung niedriger als mit Mineraldüngung.
 
Das Jahr 1998 zeigte einige Besonderheiten. Obwohl die Bestandesentwicklung und die klimatischen Bedingungen eher ungünstig waren, wurde in 1998 schließlich ein ungewöhnlich hoher Ertrag (siehe Abb. oben) von durchschnittlich 40,6 dt ha-1 erzielt, der höchste Roggenertrag in diesem Versuch seit 1984. Es begann mit einem äußerst schlechten Feldaufgang, was mit großer Wahrscheinlichkeit auf die Trockenheit im August und September 97 zurückzuführen ist. Dadurch standen 17 % weniger Pflanzen im Bestand als in den zwei Jahren davor mit gleicher Saatstärke. Ährenzahl und TKG lagen im mittleren bzw. niedrigen Bereich. Der hohe Ertrag dürfte daher ganz wesentlich durch das Merkmal Kornzahl pro Ähre (nicht untersucht) verursacht worden sein, welches bei der in jenem Jahr angebauten Sorte Amilo besonders stark ausgepägt ist.

 

 

Spearman's Rangkorrelationskoeffizienten zwischen Roggenertrag (Y1) und Ertragskomponenten (Y2) mit Ergebnissen der Jahre 1994-98; Raupp (1999)
Periode Parameter Y2 Korrelationskoeffizient rs
  RM RMBD MIN
94 - 98 Länge der Wachstumszeit
0,437 **
0,427 **
0,091
94 + 95 Pflanzendichte im Herbst
-0,076
-0,363
0,458 *
  Anzahl Ähren m-2
0,166
-0,430
0,346
  Tausendkorngewicht
0,618 **
0,634 **
0,669 **
96 - 98 Pflanzendichte im Herbst
-0,617 **
-0,295
-0,562 **
  Anzahl Ähren m-2
0,466 **
0,407 *
-0,062
  Tausendkorngewicht
-0,230
-0,084
0,149
* bedeutet p<0.05; ** bedeutet p<0.01

Die Relevanz der Ertragskomponenten hängt von Düngungsart und Saatzeit ab. Die Septembersaat hat zu einer effektiven Verlängerung der Vegetationsdauer geführt. Zwischen der Länge der Wachstumszeit und der Ertragshöhe bestand nur bei organischer Düngung eine sichere, positive Korrelation. Für den Ertrag der Mineraldüngerpflanzen war die Wachstumsdauer ohne Bedeutung.
 
Bei später Saat war für alle Arten der Düngung das Tausendkorngewicht eine sehr wichtige Ertragskomponente. Bei früher Saat kam es dagegen auf eine große Anzahl Ähren an. Diese Korrelation ist aber nur für die Rottemistvarianten abzusichern.

 

 
  

 




Korrelationskoeffizient r zwischen dem Stickstoffgehalt im Roggenstroh und der Kümmerkornmenge bei Rottemistdüngung (RM, RMBD) und Mineraldüngung (MIN) in 5 Jahren; Raupp (2001)
  RM RMBD MIN
1994
0,039 0,380 0,627*
1995 -0,140 0,350 0,593*
1996 0,167 0,276 0,114
1997 -0,130 -0,132 0,624*
1998 0,089 0,107 0,805**
* bedeutet p<0,05
** bedeutet p<0,01
  

Mineraldüngung: bei zunehmender Düngermenge stiegen der N-Gehalt im Stroh und die Kümmerkornmenge.
Mit steigender Aufwandmenge haben bei Mineraldüngung sowohl der N-Gehalt im Stroh als auch die entstandene Kümmerkornmenge deutlich zugenommen. In den Rottemistvarianten bestand dieser Zusammenhang nicht. Dies deutet darauf hin, dass der leicht verfügbare Stickstoff aus der Mineraldüngung verstärkt in der vegetativen Pflanzenmasse eingelagert wurde und infolgedessen bei der Kornausbildung ein N-Defizit enstand.
 
Bei der organischen Düngung waren der N-Gehalt des Strohs und die Kümmerkornmenge viel geringer als bei mineralischer Düngung.  
 




 

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