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Wirkungen von Rottemist und biol.-dyn. Präparaten



Langzeitversuch am IBDF Darmstadt (seit 1980)


seit 1992 Untersuchungen mit Sommerweizen

Dritte Phase (Schwerpunkt Ertragsbildung und Langzeiteffekte)


SW WasserangebotGünstige Wachstumsbedingungen waren für Mineraldüngung offenbar wichtiger.

Nur die mineralisch gedüngten Weizenpflanzen reagierten im Ertrag auf die Höhe der verfügbaren Wassermenge. Die Erträge stiegen in MIN im günstigsten Jahr bis auf 52 dt ha-1 an. Der mit Rottemist gedüngte Weizen dagegen erreichte nur 30-45 dt ha-1 ohne signifikanten Zusammenhang zum jeweiligen Wasserangebot (50 bis 150 mm).

 

 




Bivariate Korrelation SW
Bivariate Korrelation zwischen dem Sommerweizen-
ertrag mit Rottemist (RM) und Mineraldüngung (MIN),
jeweils hohe Stufe (n = 55; 14 Jahre,
4 Wiederholungen je Variante; Vertrauensellipse
für p<0,05); Raupp, 2001
Rottemistdüngung ergab geringere Maximum-, aber höhere Minimum-Erträge als Mineraldüngung.

Das bedeutet, die organischen Varianten hatten den gleichen Durchschnittsertrag über mehrere Jahre, aber geringere Schwankungen. Die Spitzenerträge der Mineraldüngung wurden mit Rottemist nicht erreicht. Andererseits sank in ungünstigen Jahren (bei schlechter Wasserversorgung) der Mineraldünger-Ertrag viel tiefer ab als der der organischen Varianten. Dies verdeutlicht die nebenstehende Abbildung mit Ertragsdaten aus 14 Jahren. Im hohen Ertragsbereich ist MIN > RM, bei den tiefen Erträgen ist es umgekehrt: MIN < RM. Die Steigung der Hauptachse der Ellipse ist <1 (p<0,05).

 

 






Korn- und Strohertrag, Tausendkorngewicht (TKG) und Harvest-Index (HI) von Sommerweizen bei Mineraldüngung (MIN) und Rottemistdüngung ohne und mit Präparate (RM bzw. RMBD), jeweils in 3 Stufen; Mittel der Jahre 1985-1993; Raupp (1995)
  Korn
(dt ha-1)
TKG
  (g)
 HI
 (%)
Stroh
(dt ha-1)
RM 1 31,9 31,7 39,5 47,5
RM 2 34,3 31,7 39,2 52,9
RM 3 37,4 32,8 39,3 57,4
RMBD 1 34,9 32,8 40,6 50,8
RMBD 2 34,1 32,4 40,2 51,0
RMBD 3 36,9 32,6 40,7 54,4
MIN 1 29,7 30,7 34,8 55,1
MIN 2 34,5 30,7 36,2 60,3
MIN 3 37,3 30,7 36,6 64,0
Mittelwerte
RM 34,6  32,1 b 39,3 b 52,6 b
RMBD 35,3 32,6 b 40,5 b 52,0 b
MIN 33,8 30,7 a 35,9 a 59,8 a
1 32,2   31,8 38,3 51,2 a
2 34,3 31,6 38,5 54,7 ab
3 37,2   32,0 38,9 58,6 b
Mittelwerte eines Faktors mit verschiedenen
Buchstaben unterscheiden sich signifikant (p<0,05).
  Rottemistdüngung ergab höheres Tausendkorngewicht und günstigeren Harvest-Index als Mineraldüngung.

Im Mittel der Jahre erzielte die organische und die mineralische Düngung den gleichen Kornertrag. Lediglich die Strohmengen waren beim mineralisch gedüngten Weizen höher, so dass die organischen Varianten einen höheren Harvest-Index hatten. Die Körner waren in den Mistvarianten dicker.
 
Höhere Aufwandmengen führten bei allen Düngerarten vor allem zu vermehrtem Strohertrag.

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

 

 

Korrelation SW
Sommerweizenertrag mit Rottemist in 11 Jahren;
RMBD = mit Präparaten, RM = ohne; Hauptachse
der Ellipse: Y1 = 0,724 * Y2 + 10,43; Steigung
<1 (p<0,05); Raupp (1999)

Gegenläufige Effekte der Präparate in Abhängigkeit vom Ertragsniveau.
Bei niedrigen Erträgen ist RMBD > RM, die Präparate steigerten den Ertrag. Bei hohen Erträgen ist es umgekehrt, RMBD < RM, die Präparate reduzierten die Ertragsmenge.
 
Dieses Phänomen wird anhand der Ergebnisse weiterer Versuche diskutiert in:

KÖNIG, U.J., 1993: Systemregulierung - Ein Wirkungsprinzip der biologisch-dynamischen Präparate. In: Zerger, U. (Hrsg.); SÖL-Sonderausgabe Nr. 42, 394-396.

RAUPP, J., 1999: Biodynamic approaches in research and development. In: Zanoli, R.; Krell, R. (eds.); Research Methodologies in Organic Farming. FAO Regional Office for Europe, REU Technical Series 58; 41-47

RAUPP, J.; KÖNIG, U.J., 1996: Biodynamic preparations cause opposite yield effects depending upon yield levels. Biol. Agric. & Hort. 13, 175-188.

 

 

 

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