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Wirkungen von Rottemist und biol.-dyn. Präparaten



Langzeitversuch am IBDF Darmstadt (seit 1980)


seit 1992 Boden; organische Substanz

Dritte Phase (Schwerpunkt Ertragsbildung und Langzeiteffekte)


Corg-Gehalte (% TS) im Oberboden (0-25 cm) nach 18 Jahren Rottemistdüngung mit (RMBD) und ohne Präparate (RM) und bei Mineraldüngung (MIN), jeweils in 3 Stufen; Mittelwerte der 4 Felder (Raupp, 2001)
 

RM

RMBD

MIN

Mittelwert

niedrig
mittel
hoch
0,83
0,93
0,98
0,95
0,99
1,07
0,79
0,79
0,80
0,86 a
0,90 b
0,95 c

Mittelwert

0,91 b 1,00 c 0,79 a LSD05=0,05
Die LSD gilt für die Interaktion von Düngungsart und
-menge (p<0,05). Mittelwerte eines Faktors mit
ungleichen Buchstaben unterscheiden sich
signifikant (p<0,05).
  

Die Rottemistvariante mit Präparateanwendung hat nach wie vor den höchsten Humusgehalt.
Die niedrigsten Gehalte haben die Mineraldüngervarianten. Auf mittlerem Niveau dazwischen befindet sich die organische Düngung ohne Präparate. Insgesamt sind die Werte etwa auf denselben Niveaus geblieben wie in den Jahren zuvor. Der höhere Düngerinput hat nur in organischer Form zu höheren Gehalten geführt, nicht aber mit Mineraldüngung.


 


 

 

 

 

 

 

POS LF   
Gehalte der leichten Fraktion der POS nach Sommerweizen in Abhängigkeit der Düngerart und –menge, jeweils in drei Stufen (1-3); Raupp & Oltmanns (2001)  
POS HF

 

  
 
Gehalte der schweren Fraktion der POS nach Sommerweizen in
Abhängigkeit der Düngerart und –menge, jeweils in drei Stufen (1-3);
Raupp & Oltmanns (2001)
 

Die partikuläre organische Substanz (POS) des Bodens kann nach ihrer Größe und Dichte in verschiedene Fraktionen getrennt werden, die sich nach Alter, Herkunft und Zusammensetzung des Materials unterscheiden. Die leichte Fraktion der POS (vorwiegend Ernterückstände, kaum zersetzter organischer Dünger usw.) hatte in den mit Stallmist gedüngten Parzellen geringere Gehalte als in den mineralisch gedüngten Varianten. Dies deutet darauf hin, dass die Ernterückstände in den organisch gedüngten, biologisch aktiveren Böden rascher abgebaut worden sind als in den mineralisch gedüngten Parzellen.

 

Die schwere Fraktion der POS (vom Bodenleben schon weiter verarbeitetes Material) zeigte die gleichen Unterschiede zwischen den Varianten wie die Corg-Gehalte des Bodens; bei Rottemist-Düngung mit Präparateanwendung gab es die höchsten und bei Mineraldüngung die niedrigsten Werte. Dies unterstreicht die bessere Humifizierung in den mistgedüngten Böden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Durchschnittliche Gesamtaminosäurengehalte (μmol g-1 Boden) im Oberboden nach 19 Jahren bei Rottemistdüngung ohne (RM) und mit biologisch-dynamischen Präparaten (RMBD) und bei Mineraldüngung (MIN), p<0,05; Scheller & Raupp (2005)

Die Aminosäuren in der organischen Bodensubstanz sind wesentliche Bestandteile beim Aufbau von Humussubstanzen in landwirtschaftlichen Böden. Die Gesamtgehalte an hydrolysierbaren Aminosäuren (THAA) im Boden lagen bei Düngung mit präpariertem Rottemist am höchsten, bei Rottemistdüngung ohne die Präparate deutlich niedriger, insgesamt am tiefsten jedoch bei Mineraldüngung. Dies war wohl teilweise dadurch bedingt, dass der Stallmist, im Gegensatz zum Mineraldünger, dem Boden Aminosäuren zugeführt hat. Die Menge an ausgebrachten Aminosäuren (also die Düngungshöhe) spielte in diesem Zusammenhang jedoch keine Rolle. Vielmehr scheint die Art des Aminosäure-Stoffwechsels im Boden durch die Düngerform verändert worden zu sein. Darauf hatten die biologisch-dynamischen Präparate einen positiven Einfluss, wie die THAA-Gehalte der präparierten und der unpräparierten Mistvariante zeigte.

 

 
Diversität der Bodenmikroflora (Shannon-Index mit Standardfehler) bei Mineraldüngung (I), Rottemistdüngung (II) und Rottemistdüngung mit biologischdynamischen Präparaten (III), jeweils in 3 Mengen, 70 Std. nach Testbeginn  

 

 

Der Shannon-Index gilt hier als Maß für die Diversität der Mikroflora im Boden. Der Faktor Düngermenge hatte bei den Rottemistvarianten keinen Einfluss auf die mikrobielle Diversität. Bei Mineraldüngung dagegen ging die Diversität mit Steigerung der Düngermenge deutlich zurück. Dieser Effekt war zu mehreren Messzeitpunkten statistisch gesichert. In Stufe 3 der Mineraldüngung (140 kg ha-1 N) war die mikrobielle Diversität am stärksten eingeschränkt. Nur bei niedriger und mittlerer Dosierung lag der Shannon-Index nach Mineraldüngung auf ähnlichem Niveau wie in den Mistvarianten. Die Ergebnisse deuten in die gleiche Richtung wie frühere Untersuchungen dieses Versuches, in denen bei Mineraldüngung ein niedrigerer Corg-Gehalt, eine geringere mikrobielle Biomasse und schwächere Enzymaktivitäten als in den Rottemistvarianten gefunden wurde (Bachinger, 1996).


 

 

 

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