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Wirkungen von Rottemist und biol.-dyn. Präparaten



Langzeitversuch am IBDF Darmstadt (seit 1980)


seit 1992 Agrarökologie; Ackerwildkräuter in Weizen und Roggen

Dritte Phase (Schwerpunkt Ertragsbildung und Langzeiteffekte)


Der mit Rottemist gedüngte Weizen hatte deutlich höhere, mittlere Artenzahlen als der mineralisch gedüngte.
Die höchste Düngungsstufe des Weizens beinhaltete mehr Arten als die beiden anderen Stufen. Im Roggen standen generell weniger Wildkraut-Arten als im Weizen. Düngungseinflüsse waren im Roggen nicht festzustellen. Insgesamt waren 67 Pflanzenarten zu identifizieren, darunter 8 Baumarten sowie Ausfallgetreide und andere Vorfrüchte.

Mittlere Artenzahl der Wildkrautvegetation im Weizen- und Roggenbestand in Abhängigkeit von Düngungsart und -höhe (Schnieders, 1996)
Düngung
Weizen
Roggen
Rottemist
Rottemist + bd Präparate
Mineraldüngung
27,7 b
29,1 b
19,3 a
22,8
23,1
 20,4
niedrig
mittel
hoch
24,2 a
24,7 a
27,2 b
21,6
22,2
 22,5
Mittelwerte eines Versuchsfaktors mit ungleichen
Buchstaben unterscheiden sich signifikant (p<0,05).

 

Deckungsgrad (%) der Kultur- und Wildkrautpflanzen in Weizen (05.-08.06.95) und Roggen (30.05.-02.06.95) in Abhängigkeit von Düngungsart und -höhe (Raupp et al., 1998)
Düngung Weizen Roggen
  Kulturpfl. Wildkrautpfl. Kulturpfl. Wildkrautpfl.
RM
RMBD
MIN
65,0 a
57,9 a
82,5 b
25,3 a
24,7 a
6,9 b
42,0 a
39,1 a
51,4 b
17,5 a
17,1 a
23,3 b
niedrig
mittel
hoch
53,8 a
68,3 b
83,3 c
15,7
20,4
20,8
38,5 a
47,4 b
46,6 b
16,9
18,9
22,1
Mittelwerte der Faktoren Düngerart oder -menge
mit  ungleichen Buchstaben unterscheiden sich
signifikant (p<0,05).
 

Wildkraut-Deckungsgrade in Weizen und Roggen reagierten unterschiedlich auf die Düngung.

Der Wildkraut-Besatz bei Mineraldüngung war im Weizen deutlich niedriger, im Roggen dagegen etwas höher als in den organischen Varianten. Bei Rottemistdüngung erreichten die Wildkräuter in Weizen und Roggen relativ ähnliche Deckungsgrade.

Beide Getreidearten erzielten mit der mineralischen Düngung wesentlich höhere Deckungsgrade (Bestandesdichten) als mit Rottemist. Die Steigerung der Düngermenge hat beim Weizen stärker als beim Roggen den Kulturpflanzen- Deckungsgrad erhöht, auf den Wildkraut- Deckungsgrad jedoch keinen signifikanten Einfluss.



 
Relativer Lichteinfall in die Bestände (Abb. für Weizen und Roggen).
Infolge höherer Bestandesdichte war der relative Lichteinfall im mineralisch gedüngten Getreide viel schwächer als in den Rottemistbeständen, insbesondere beim Weizen, wo an der Bodenoberfläche nur 10 % der vollen Belichtung zu messen war anstatt 20-30 % wie in den organisch gedüngten Weizenparzellen. Die Reduzierung des Lichteinfalls durch Steigerung der Düngermenge war ebenfalls bei beiden Getreidearten zu beobachten.

In dichteren Kulturpflanzenbeständen waren auch höhere Wildkrautdeckungsgrade zu finden.
In den meisten Fällen bestand eine positive Korrelation zwischen den Deckungsgraden der Kulturpflanzen und der Wildkräuter (siehe Abb. unten; nur für den Roggen der Variante Rottemist ohne Präparate und den mineralisch gedüngten Weizen war dieser Zusammenhang nicht festzustellen). Wenn also infolge Düngungssteigerung die Kulturen dichter wuchsen, standen auch mehr Wildkräuter in den Parzellen.

Wildkrautdeckungsgrade II Wildkrautdeckungsgrade

 

Trockenmasse, C- und N-Gehalt sowie N-Entzug der Wildkrautpflanzen in Roggen (Mitte Juli, EC 92) in Abhängigkeit von der Düngungsart, jeweils mittlere Stufe (Raupp et al., 1998)
Düngung TM
kg ha-1
% N

% C

C / N
N-Entzug
kg ha-1
RM 653,1 b  1,39 a 41,1 29,6 9,07
RMBD 653,3 b 1,29 a 41,8 32,3 8,44
MIN 447,8 a 1,87 b 40,7 21,8 8,36
Mittelwerte eines Merkmals mit ungleichen Buchstaben
unterscheiden sich signifikant (p<0,05).
 

Die höhere Wildkraut-Biomasse in den Rottemistvarianten führte nicht zu einem größeren N-Entzug durch diese Pflanzen.
Den höheren Deckungsgraden der Wildkräuter (siehe oben) entsprechend, war deren Trockenmasse in den Rottemistvarianten ebenfalls deutlich größer als bei Mineraldüngung. Da jedoch der Stickstoffgehalt der Wildkräuter in den mineralisch gedüngten Beständen viel höher war, ergab sich in allen Varianten ungefähr der gleiche N-Entzug.


Kornerträge SW und WRDie Ertragsunterschiede von Weizen und Roggen waren nicht mit dem Umfang der Wildkraut-Vegetation erklärbar.
Weizen brachte mit organischer wie mineralischer Düngung etwa gleich viel Ertrag; sein Wildkrautbesatz war mit Mineraldüngung aber deutlich niedriger. Roggen hatte bei mineralischer Düngung mehr Ertrag, aber auch einen etwas höheren Wildkrautbesatz als in den Rottemistvarianten.








 

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