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Wirkungen von Rottemist und biol.-dyn. Präparaten



Langzeitversuch am IBDF Darmstadt (seit 1980)


1980-1984 Produktqualität

Erste Phase (Schwerpunkt Nahrungsmittelqualität)


Qualitätsparameter und Ergebnisse (Auswahl)
Quelle (soweit nichts anderes erwähnt): ABELE (1987)

 

Extinktion von Kartoffelextrakt
Extinktion Kartoffelpreßsaft

 Parameter:

  • Chemische Parameter: Gesamt-N, Nitrat, Protein-N, freie Aminosäuren, P, K, Na, Mg, verschiedene Zuckerfraktionen, Stärke, organische Säuren, Vitamin C, Carotin, Solanin
  • Physikalische Parameter: Gewebefestigkeit von Kartoffelknollen
  • Biochemische Parameter: Enzymaktivitäten, Respiration, Aromamuster
  • Mikrobiologische / biochemische Parameter: zum einen im Lagerversuch unter optimalen Bedingungen: Intensität der mikrobiellen Besiedelung, Trockenmasseverlust und CO2-Entwicklung; zum anderen in Zersetzungstests mit zerkleinertem Probenmaterial: Intensität der mikrobiellen Besiedelung, Trockenmasseverlust und CO2-Entwicklung während der Inkubation, Dunkelfärbung von Kartoffelextrakt

 

Zusammenfassung einiger Ergebnisse:

  • Das mineralisch gedüngte Gemüse hatte weitaus höhere Nitratgehalte als die Proben der Rottemistvarianten (siehe unten).
  • Unter annähernd optimalen Lagerbedingungen zeigte die Haltbarkeit der Produkte kaum düngungsbedingte Unterschiede.
  • Unter Stressbedingungen (Temperatur, Feuchte, Verletzen, Zerkleinern) traten dagegen Unterschiede in der Haltbarkeit (Verpilzung, enzymatischer und bakterieller Abbau durch Schwächeparasiten, Dunkelfärbung von Kartoffelsaft, siehe Abbildung oben) stärker hervor, meist zugunsten der niedrigen Düngungsstufen und der Rottemistdüngung sowie der Varianten mit Anwendung der biologisch-dynamischen Präparate (Beispiele siehe unten). 

 

  RM RMBD MIN niedrig mittel hoch
Möhren 119 a 109 a 199 b 90 a 149 b 188 c
Rote Bete 973 a 962 a 1315 b 800 a 1087 b 1363 c
Kartoffeln 99 a 95 a 162 b 94 a 122 ab 140 b
Mittelwerte eines Versuchsfaktors mit ungleichen Buchstaben
unterscheiden sich signifikant (p<0,05). Berechnung von
Raupp (1997) mit Werten von Abele (1987).
Nitratgehalte (ppm FS) in Gemüse bei organischer und mineralischer Düngung; Mittel 1981-84
 

Das organisch gedüngte Gemüse enthielt durchweg deutlich weniger Nitrat.
Bei allen Kulturen und in allen Jahren waren die Maximalgehalte nach Mineraldüngung zu finden. Höhere Düngermengen führten auch zu einer stärkeren Nitratanreicherung in den Produkten. (Die Ertragsmengen bei organischer und mineralischer Düngung lagen auf gleichem Niveau. Mehr zum Nitratproblem)

 

 

  

 

Möhren
Nitratgehalt (ppm FS) in Möhren bei organischer
und mineralischer Düngung (1981-84)

Zum Beispiel Möhren: Bei Rottemistdüngung (RM und RMBD) geringere Nitratgehalte, auch mit der höchsten Düngermenge.
Die Steigerung der mineralischen Düngung erhöhte die Nitratgehalte stärker als die Steigerung der Rottemistgaben. Ergebnisse der Jahre 1981-84. Trotz Schwankungen von Jahr zu Jahr bleibt der Vorteil der organischen Düngung sichtbar.
 
 
 
 
 
 
   
 
  

 

  MIN RM RMBD
hoch Haltbarkeit Möhren
mittel
niedrig
 

Beste Haltbarkeit der Möhren bei Mistdüngung, niedrige Stufe mit Präparateanwendung (Probe rechts unten).
Lagerung von Dezember 1981 bis Februar 1982 bei suboptimalen Bedingungen (25 °C und fast 100 % Luftfeuchtigkeit). Bei Mineraldüngung (hohe Stufe) waren die Möhren fast vollständig zersetzt (Probe links oben).


 
 

 

 
 


 

Verpilzung Rote Bete

Stärkste Verpilzung geraspelter Rote Bete aus Mineraldüngung.
Das Bild zeigt jeweils 6 Laborwiederholungen einer Probe übereinander nach Inkubation bei 30 °C. Nur in der niedrigsten Stufe waren die mineralisch gedüngten Proben genauso wenig befallen wie die Rottemistproben.
 
 
 
 
 
 
     

 

 

  Möhren Rote Bete Kartoffeln
Fäulnis,
Verpilzung
MIN > RM >= RMBD
(1981+83)
MIN > RM(BD)
(1981)
MIN > RM(BD)
(1981)
TM-Verlust MIN > RM(BD)
(1981+83)
kU
(1983)
kU
(1983)
CO2-Abgabe MIN = RM >= RMBD (83)
kU (84)
MIN > RM(BD) (83)
MIN < RM(BD) (84)
kU (83)
kU (84)
Zusammengestellt von Raupp (1997) mit Ergebnissen von Abele (1987)
Bonitur der Fäulnis oder Verpilzung, Trockenmasseverlust und CO2-Abgabe
während der Inkubation; kU = kein Unterschied

Resultate der Zersetzungstests nicht immer reproduzierbar und häufig schwer interpretierbar.
Wahrscheinlich aufgrund wenig standardisierter Testbedingungen erhält man mit verschiedenen Kulturen oder in mehreren Jahren nicht immer gleichlautende Ergebnisse (siehe Tabelle). Gut reproduzierbar ist in der Regel die mikrobielle Besiedelung geraspelter Proben, wobei organisch gedüngtes Gemüse weniger befallen wird.


Zusammenfassung der Ergebnisse und Bewertung der Vor- und Nachteile von Zersetzungstests in: RAUPP, J. (1998): Examination of some microbiological and biochemical parameters and tests of product quality used in a long-term fertilization trial. Amer. J. Alternative Agric. 13, 138-144

 

 

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